Kaffee und Gehirn

Kaffee senkt Risiko für Tumore im Gehirn

Kaffee GehirnKann Kaffee unser Gehirn zu einem schnelleren Denken anregen? Ist es möglich, dass Kaffee eine positive Wirkung im Gehirn entfaltet? Koffein und seine stimulierende Wirkung nehmen wir täglich in Form von unterschiedlichen Lebensmitteln wie Kaffee, Schokolade oder Erfrischungsgetränken zu uns. Mehr dazu, was Kaffee im Gehirn bewirkt und über die neusten Forschungsergebnisse erklären wir in diesem Artikel.

Welche Wirkung hat Kaffee auf das Gehirn?

Wie Kaffee im Gehirn wirkt, haben Neurowissenschaftler am Forschungszentrum Jülich untersucht. Die Forscher konnten beweisen, dass der Kaffee seine Wirkung im Gehirn besonders in den hoch entwickelten Zonen im Großgehirn entfaltet. In diesen Regionen werden kognitive Assoziations- und Bewertungsprozesse verarbeitet. Koffein blockiert die Adenosinrezeptoren im Gehirn. Diese regulieren Abläufe im zentralen Nervensystem und die Herz-Kreislauf-Funktionen im Körper. Professor Andreas Bauer vom Forschungszentrum Jülich erklärt den direkten Zusammenhang zwischen Kaffee und Gehirn: „Interessanterweise reicht bereits die Menge eines durchschnittlichen täglichen Koffeinkonsums, beispielsweise zwei bis drei Tassen Kaffee, um etwa 50 Prozent der Adenosinrezeptoren zu blockieren. Da Adenosin normalerweise die Nervenzellaktivität hemmt, führt die Blockade mit Koffein zu einer Enthemmung, also einer Aktivierung der Nervenzellen.".

Kaffee – Doping fürs Gehirn?

Ist Kaffee ein Gehirn-Doping? Koffein verursacht im Körper die Reaktion, dass Reize und Informationen schneller verarbeitet werden. Die geistige Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Diesen Effekt macht man sich im Alltag gerne zunutze. Erledigt man Aufgaben, die über eine längere Zeit eine hohe Konzentration erfordern, wie zum Beispiel lange Autofahrten, fühlt man sich schnell matt und müde. Dann muss er schnell her, ein frisch aufgebrühter Kaffee. Die Wirkung auf das Gehirn und somit die Leistungsfähigkeit sind schnell zu spüren. Man kann sich wieder besser auf den Verkehr und die anderen Verkehrsteilnehmer konzentrieren, fühlt sich wach und körperlich regeneriert.

Neue Studien gehen in die Richtung, ganz gezielt mit Kaffee die Gehirn- und Gedächtnis-Leistung zu steigern. Dabei ist eine kurz- und langfristige Steigerung des Gedächtnisses durch den Kaffeekonsum möglich. Beobachtet wurde dies vor allem bei Menschen, die einige Zeit auf ihren Kaffee verzichtet hatten.

Vor welchen Krankheiten kann Kaffee das Gehirn schützen?

Alzheimer ist eine schwere Erkrankung, deren Ursache bis heute leider noch nicht erforscht ist. Ein Heilmittel gibt es bislang nicht. Seit einigen Jahren untersuchen Neurowissenschaftler den Zusammenhang zwischen Kaffee und dem Gehirn. Bekannt ist mittlerweile, dass man sich mit einem erhöhten Konsum von Kaffee vor der Alzheimerkrankheit schützen kann. Alzheimer führt zu Eiweiß-Verklumpungen und veränderten Nervenzellen im Gehirn. Dadurch wird die Gedächtnisleistung gestört. Neue Studien der Universität Bonn haben im Tierversuch ergeben, dass der Wirkstoff Koffein die Gedächtnisleistung deutlich verbessert. Zukünftig soll diesbezüglich auch an Alzheimer-Patienten geforscht werden.

Schützt mich Kaffee vor einem Tumor im Gehirn?

Eine europaweite Studie mit fast einer halben Million Teilnehmern kam 2010 zu folgendem Ergebnis: Wer täglich mehr als 100 Milliliter Kaffee oder Tee zu sich nimmt, senkt das Risiko, an einem Tumor im Gehirn zu erkranken um bis zu einem Drittel. Diese vorbeugende Wirkung von Kaffee auf das Gehirn wird auf den hohen Anteil an Antioxidantien zurückgeführt. Ebenfalls sehr verblüffend sind die neusten Ergebnisse der US-amerikanischen Forscherin Ellen Mowry, die wertvolle neue Erkenntnisse zum Schutz des Gehirns durch den Konsum von Kaffee hervorbrachte. Bereits mit 4 Tassen Kaffee pro Tag kann man schwere Erkrankungen vorbeugen. „Die Aufnahme von Koffein wurde mit einem verringerten Risiko für Parkinson und Alzheimer in Verbindung gebracht“, erläutert Mowry. „Unsere Studie zeigt, dass Kaffeegenuss ebenfalls gegen Multiple Sklerose schützt, was die Annahme stützt, dass der Wirkstoff eine schützende Wirkung auf das Gehirn haben könnte.“

 

 

Quellen:

Forschungszentrum Jülich: Wo Koffein im Gehirn wirkt. Link: http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2012/12-10-22koffein.html

Deutsches Grünes Kreuz e.V.: Kaffee und Tee senken Risiko für Hirntumor. Link: http://www.kaffee-wirkungen.de/aktuelles/kaffee-und-tee-senken-risiko-fuer-hirntumor.html

Forschung und Wissen: Kaffee verringert das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken. Link: http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/kaffee-verringert-das-risiko-an-multipler-sklerose-zu-erkranken-13372161